ArtikultTheater | Einfach immer faszinierend!
ArtikultTheater - macht Sommerpause

...und das sagt die Presse zu BLAUPAUSE: 

 

 

Das wahre Wesen der Valerie P.

 

Pelkovenschlössl Moosach: ArtikultTheater überzeugt mit Premiere von „Blaupause“


Die frisch verheiratete junge Frau wünscht sich, dass die Laken in der Kronprinzensuite „auf gar keinen Fall“ gewechselt werden – weil Valerie Posch dort mit ihrem Schauspiel-Kollegen Greg Burns übernachtet haben soll. Der Theologe setzt sich in der TV-Diskussion mit dem Geheimnis von Valeries Schönheit auseinander – das daraus bestehen soll, dass sie acht Liter Wasser am Tag trinkt. Der Chefredakteur des Lifestyle-Magazins betet zu Gott, dass Valeries Brüste nicht echt sind – weil genau das sein Blatt in einem zweifellos fingierten Interview mit dem Model behauptet.

Sie alle sind fasziniert, infiziert, irritiert. Von diesem Topmodel, das in der teuersten deutschen Kinoproduktion aller Zeiten zum ersten Mal als Schauspielerin arbeitet. Der Klon-Thriller „blueprint“ mit Valerie in der Hauptrolle ist die Sensation des Jahres.

Das ist grob gesagt der Plot der intelligenten Farce „Blaupause“, mit der das ArtikultTheater am Wochenende das Publikum im Pelkovenschlössl in Moosach begeistert hat. Weil die sechs SchauspielerInnen in ihren 45 Rollen brillieren und jede der zwölf rasant erzählten Szenen zu einem eigenen Ereignis machen. Weil das Stück mit jeder Faser lebt, obwohl ihm doch ein echter Handlungsstrang abgeht. Weil es den Zuschauern in der ausverkauften Premiere überlassen bleibt, die Motive der handelnden Personen nach seiner Sicht der Dinge zu beurteilen. 

Autor Ulrich Hub ist eine urkomische Abrechnung mit der Medienwelt, ihren Machern, ihren Superstars gelungen. Regisseurin Kerstin Weiler hat den Kern seiner Botschaft auf skurrile und sehr unterhaltsame Art transportiert: Die Welt ist voller Klone, wir alle sind austauschbar. In einem Universum voller Blaupausen kann niemand sicher sein, das Original zu sein. Und so verwundert es nicht, dass in diesen 90 Minuten auf der Bühne ein Star gemacht wird, ohne dass er ein Gesicht bekommt. Von dem man am Ende eigentlich gar nichts weiß: Hat sie sich umgebracht, wurde sie ermordet, trug sie nun Implantate oder nicht? 

„Wow, 45 Rollen – das ist ja mal ne Hausnummer! Das war mein erster Gedanke, den ich beim Lesen des Textes hatte. Acht Schauspieler waren vorgesehen, doch ich hatte nur sechs. Nun: Acht kann jeder, sechs nur das ArtikultTheater!“, plauderte Kerstin Weiler nach der Premiere aus dem Nähkästchen – nachdem das heftige Fußgetrampel der Zuschauer endlich abgeebbt war. Die meisten Lacher erntete übrigens der höchst amüsante Ausflug in die Umkleide einer Travestie-Show, wo die drei Hauptdarsteller auf ihre ganz eigene Art über Valeries Schicksal philosophierten...    

Weilers Idee, die Schauspieler gleich neben der von Anja Callam radikal reduziertem Bühnenbild in Blau zu platzieren, ging auf: Der Fokus des Interesses richtete sich immer gleich auf das Geschehen, zumal und weil die nicht beteiligten Darsteller nur wenige ihrer vorwiegend schwarzen Kleidungsstücke wechselten. Und doch erlebte ein Farbton seine unerwartete Renaissance: „Das ist also Mauve?!“

G. Verstegen, freier Journalist

 

Die Welt kompakt schreibt:

Münchner Nächte

Sechs Schauspieler und Schauspielerinnen schlüpfen für das Stück "Blaupause" in 45 Rollen. Sie sitzen in Talkrunden, laufen durch Hotellobbys und Redaktionen, besuchen Travestie-Shows und knien auch mal am Boden. Alles dreht sich um Valerie. Das bekannte Topmodel versucht sich in dem Film "Blueprint" zum ersten Mal als Schauspielerin. Der Klon-Thriller ist die teuerste Kinoproduktion aller Zeiten. Doch macht er Valerie tatsächlich zum Star? Paparazzi folgen ihr auf Schritt und Tritt, die Medienwelt diskutiert über sie. Genau genommen stellen sie sich alle nur die eine Frage: Sind ihre Brüste echt? Das inszeniert das ArtikultTheater in zwölf dynamischen Szenen. Auf der Bühne der Pasinger Fabrik halten sie der Gesellschaft den Spiegel vor, nach dem Motto: "Die Welt ist voller Blaupausen, quillt über von Kopien und Klonen - wer ist sich da sicher, wirklich das Original zu sein?" Das Theater jedenfalls ist ein Original, eine Kopie gibt es nicht.Bei Regisseurin Kerstin Weiler gilt: "Diese Veranstaltung kann nicht im Live Stream, über Twitter, Blogspot oder Facebook verfolgt werden. Sie müssen schon zu uns ins Theater kommen!"

Kerstin Kotlar | 15.02.2012